Mercedes 300SL Roadster
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Garagenfund: Mercedes 300SL nach Jahrzehnten befreit

Es ist kaum zu glauben, aber es gibt sie noch, die Scheunen- und Garangenfunde der Extraklasse. In dieser Garage ein wartete ein Mercedes 300 SL, der in seiner Blütezeit zu den schnellsten Serienfahrzeugen der Welt gehörte. Um genau zu sein handelt es sich um einen 1961er Mercedes-Benz 300SL Roadster, der seit seinen glorreichen Tagen einige schwere Zeiten durchlebt hat.

Nun wurde er nach Jahren wieder entdeckt und braucht nun eine vollständige Restauration. Dies ist zwar kein billiges Unterfangen aber bei einem solchen Fahrzeug ist es eine Überlegung wert.

Mercedes-Benz-300SL-Roadster

 

Hätte man Mercedes-Benz sich selbst überlassen, wäre der 300SL mit großer Wahrscheinlichkeit nie gebaut worden. Das Auto war eigentlich die Idee des amerikanischen Mercedes-Importeurs Max Hoffman. Hoffman nahm an einem Treffen des Mercedes-Benz Direktors teil und stellte seine Idee vor. Zunächst gab es bei Mercedes eine gewisse Zurückhaltung, aber als Hoffman einen Erstauftrag über 1.000 Autos erteilte, wurden die Räder in Bewegung gesetzt. Das 300SL „Gullwing“ Coupe wurde 1954 vorgestellt und bis 1957 produziert. Der Roadster erschien erstmals 1957 und wurde bis 1963 angeboten. Dieses spezielle Auto ist eins von 256 Exemplaren, die im Modelljahr 1961 gebaut wurden. Der Besitzer behauptet auch, dass es sich um eins von 101 Autos handelt, die während der gesamten Produktion des Roadsters in Hellblau gefertigt wurden.

 

Das Interieur eines 300SL Roadsters war eine ziemlich dezente Ausstattung, und ließ nicht wirklich erahnen, wie beeindruckend das Fahrzeug war. Das einzige wirkliche Zugeständnis an die Passagiere war der Einstieg über die außergewöhnlich breiten Schweller. So saßen die Insassen unglaublich tief im Auto. Wenn man das Armaturenbrett betrachtete, deutete das zwar auf einige sportliche Ansprüche hin, aber nicht darauf, dass man die Kontrolle über ein Auto hatte, das das Potenzial hatte, 260 Km/h zu fahren.

 

 

Es ist nicht genau bekannt, wie lange dieses Auto schon in der Garage stand, aber es scheint, als ob es einige Jahrzehnte her ist. Die Umgebung war nicht ideal für die Erhaltung von altem Metall, und an zahlreichen Stellen um das Fahrzeug herum ist Rost zu sehen.

Es gibt auch keine Informationen über den Zustand des Bodens oder des Rahmens, angesichts des allgemeinen Zustandes des Fahrzeuges sollte man aber davon ausgehen, mehr als nur ein paar Probleme unter dem Auto zu finden.

Wenn man die Motorhaube des Mercedes öffnet, wird deutlich, was dieses Auto nicht nur zu einer Ikone der damaligen Zeit, sondern auch zu einem bahnbrechenden Fahrzeug machte das Automobilgeschichte schrieb. Ein 2.996ccm Sechszylindermotor klingt nicht besonders spektakulär, und das war er wohl auch nicht, bis Mercedes den SL mit der mechanischen Benzindirekteinspritzung von Bosch ausstattete. Damit stieg die Leistung des Benz-Motors um 50 Prozent, und der Fahrer konnte nun 250 PS abrufen.

Diese Kraft fand über ein 4-Gang-Schaltgetriebe den Weg zu den Hinterrädern, während das Verfahren durch die Servotrommelbremsen zum Stillstand kam. Mercedes wollte dem 300SL auch das letzte Quäntchen Leistungspotenzial entlocken und um dem Auto eine niedrige und aerodynamische Nase zu geben, wurde der Motor bei unglaublichen 50 Grad umgekippt.

 

Damit wurde wurde zwar dieses Ziel erreicht, aber ein anderes Problem bereitete nun Kopfzerbrechen. Der Motor stand nun vor potenziellen Problemen aufgrund der Schwierigkeit, ausreichend Motoröl für die Schmierung bereitzustellen. Die Lösung für dieses Problem war eigentlich elegant einfach.

Der 300SL wurde mit einem aus dem Rennsport stammenden Trockensumpfschmiersystem ausgestattet. Dieses System bot zwei deutliche Vorteile. Zum einen wurde der Motor unabhängig von den herrschenden Bedingungen gleichmäßig mit Öl versorgt. Zum anderen konnte Mercedes durch den Wegfall der traditionellen Ölwanne den Motor noch tiefer in den Wagen einbauen, wodurch die Fronthöhe des Wagens noch weiter reduziert werden konnte.

 

Es ist nicht bekannt, wie gut der Antriebsstrang dieses 300SL noch erhalten ist aber es ist eine Tatsache, dass selbst wenn sich der Motor frei dreht, die beste Vorgehensweise wäre, alles gründlich zu untersuchen und wieder aufzubauen. Dieses Auto lässt bei seiner Restaurierung wirklich keinen Raum für Kompromisse. Wenn man den potentiellen Wert des 300SL Roadster betrachtet, muss alles richtig gemacht werden.

Was dem potentiellen Wert dieses Klassikers helfen wird, ist nicht nur die Seltenheit, sondern auch das die vollständige Historie erhalten ist. Dazu gehören alle Verkaufsunterlagen, Bedienungsanleitungen und die vollständige Servicehistorie.

Die Restauration dieses Mercedes-Benz 300SL Roadsters ist nichts für schwache Nerven und wird für den nächsten Besitzer eine ziemlich teure Angelegenheit werden. Rechnet man die Anschaffungskosten mit denen der Restauration zusammen, so dürfte sich der Roadster leicht im sechsstelligen Bereich bewegen.

 

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