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Wagenpflege? Muss das sein?

Gerade in den aktuellen Zeiten, wo alles teurer zu werden scheint, ist der Lebensstandard, sich schnell einen neuen Wagen zu kaufen, nicht für jeden möglich. Also muss das Kfz pfleglich behandelt werden, damit man noch sehr lange Freude an ihm hat.

Wagen waschen reicht doch, oder?

Dazu gehört natürlich auch eine besonders robuste Keramikversiegelung. Aber nicht nur auf diese Art und Weise kann man seinen Wagen pflegen. Da wäre zum einen natürlich die regelmäßige Wagenwäsche. 

Dieses Thema wird etwa dann akut, wenn der Saharastaub seinen Weg mal wieder in nördliche Gefilde gefunden hat und dann auf Häuser und Autos hernieder rieselte. Oder im Winter, wenn Streusalzpartikel auf dem Lack landen. Gut, es könnte eine eher unpraktische Idee sein, bei Minusgraden den Wagen waschen zu wollen. Zum einen: Wasser und Kälte? Interessante Kombination.

Zum anderen: In der Waschstraße wird das Wasser vorgeheizt, damit es nicht zu Eis erstarrt – aber wenn Wärme, oder gar Hitze, auf einen kalten Gegenstand prallen, könnte die Folge ein sogenannter „Wärmeschock“ sein. Aber im Generellen geht der Tipp gen Richtung „Autowaschanlage“ – selbst wenn es Menschen gibt, die  – dem Klischee folgend – den Samstag nutzen, um den Wagen auf dem eigenen Grundstück zu waschen. Hier gilt allerdings, die lokalen Regelungen und Verordnungen zu beachten, ob dies überhaupt erlaubt ist.

Sollte dem so sein, gilt dennoch, dass die Wagenwäsche nur unter Zuhilfenahme  folgender Utensilien erlaubt ist:

  1. Klares Wasser
  2. Ein Schwamm

Keine chemischen Reinigungsmittel oder Dampfstrahler einsetzen und auch keine Motorwäsche machen. Letztere ist übrigens im gesamten Bundesgebiet nicht erlaubt, wie auch die Wäsche auf öffentlichen Straßen und erst recht nicht in Wasserschutzgebieten.

Von Optik und Technik

Sicherlich ist die Optik jener Teil des Wagens, der besonders ins Auge fällt. Aber die Pflege des Wagens ist eine deutlich tiefergehende Angelegenheit. Dies bedeutet auch, gemäß Herstellerangaben Ölfilter und Motoröl zu wechseln und die Services, die im sogenannten „Scheckheft“, auch „Wartungsheft“ genannt, eingetragen sind, in Anspruch zu nehmen.

 Um den Wagen später als „scheckheftgepflegt“ bezeichnen zu können, müssen die notwendigen Untersuchungen am Auto durchgeführt und entsprechend im Heft dokumentiert werden. Die folgenden Angaben sind wichtig:

  • Wann wurde die Werkstatt besucht?
  • Wie hoch war der Kilometerstand am Wartungstag?
  • Wer war der verantwortliche Mechaniker (zu belegen durch Name und Unterschrift)
  • Welche Leistungen wurden an diesem Termin erbracht? 

Hinzu kommt noch ein Stempel der Werkstatt. Dieser muss leserlich und ordentlich und im Idealfall über eine vollständige Anschrift zur Verifikation verfügen.

 Die richtige Werkstatt  aussuchen 

Und wo wir gerade beim Thema Werkstatt sind: Ab dem Moment, ab dem der Wagen anfängt, „merkwürdig“ zu werden, ist es zwingend notwendig, die Werkstatt anzufahren.

Hierbei hat man natürlich die Auswahl: Nimmt man die Vertragswerkstatt oder fährt doch lieber in eine sogenannte „Freie“?

Von Verträgen und Freiheiten 

Es gibt eine EU-Regelung, die besagt, dass die Autohersteller auch dann akzeptieren müssen, dass Unfallreparaturen oder Inspektionen am KFZ durch eine freie Werkstatt durchgeführt werden, wenn die Garantiezeit noch nicht erloschen ist. Hierbei muss entsprechende Werkstatt aber auch gemäß Herstellervorschrift arbeiten. Bei Reparaturen werden in der Regel seltener Original-Ersatzteile genutzt, sondern solche, die per freiem Teilehandel bezogen werden konnten.

Im Gegenzug dazu steht die Vertragswerkstatt. Diese ist an den Hersteller, respektive mehrere, gebunden, dafür kennen sich die entsprechenden Mitarbeiter aber auch deutlich besser aus, wenn es darum geht, kompliziertere Fehler aufzudecken. Dies liegt unter anderem daran, dass hier entsprechende, auf die Marke zugeschnittene Geräte zur Diagnose, aktuelle Datenbanken, in denen Fehler niedergeschrieben wurden und eine Hotline verwendet werden, bei denen sich die Mitarbeiter mit Spezialisten beraten können.

 

Und natürlich kann es ein wichtiger Tipp sein, über die Vertragswerkstatt den Wagen reparieren zu lassen, damit die Originalteile zur Reparatur herangezogen werden können. 

Fazit

Den Wagen zu pflegen, sollte für den Fahrer des Autos eine Selbstverständlichkeit sein. Klar, nicht jeder Wagen kann sich nach 38 Jahren immer noch in einem so perfekten Zustand sein, wie der BMW M1 E26, über den wir berichteten. Aber gerade, wenn alles teurer zu werden droht, und man schon über die Abschaffung von Subventionen für Elektroautos nachdenkt, sollte klar sein, dass man sich der Fahrtüchtigkeit des Autos so langfristig wie möglich versichern sollte.